Haaranalytik

Mit Hilfe der Haaranalyse können viele Fremdstoffe hinsichtlich ihres Gebrauchs oder Mißbrauchs retrospektiv über einen längeren Zeitabschnitt beurteilt werden. Fast alle endogen aufgenommenen Fremdstoffe gelangen über das Blut in die Haarwurzel, werden dort in das sich bildende Haar eingeschlossen und in der Haarfaser als fixierte Substanzbande entsprechend dem Haarwachstum mittransportiert. Hierdurch ist es retrospektiv möglich, sowohl Informationen über eine Substanzexposition in bestimmten Zeitabschnitten zu gewinnen als auch den zeitlichen Verlauf einer Fremdstoffeinlagerung/-exposition anhand einer Haarprobe zu rekonstruieren.

Dieses relativ einfache Modell der Einlagerung muss allerdings ergänzt werden: In unmittelbarer Nähe eines Haares befinden sich auch Talg- und Schweißdrüsen. Geringe Spuren der Drogen, deren Abbauprodukte und teilweise deren Stoffwechselprodukte sind auch in Talg und Schweiß gelöst und können dadurch zusätzlich an und in das Haar gelangen.
Die Fremdstoffe werden in der anagenen Wachstumsphase ins Haar aufgenommen und Drogenmoleküle lagern sich v.a. in Haarlipiden (Zellmembrankomplex), Haarpigment (Melaningranula) und Haarproteinen des keratinisierten Haares ab.
Eine Segmenthaaranalyse kann somit einen Aufschluß über das Konsumverhalten der vergangenen Monate liefern, während eine Gesamthaaranalyse den Drogenmißbrauch allgemein nachweist.
Im Gegensatz zu einer Blut oder Urinuntersuchung kann eine Haaranalyse allerdings keine akute oder einmalige Substanzaufnahme nachweisen.

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Anleitung zur Haarprobenentnahme

Drogen und Medikamente

Ethylglucuronid (EtG)

 

 

 

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